RE: Trauer

#1 von Kolag_Hraban , 10.08.2011 22:16

Trauer

Oh Odin,

Was flüsterst du einst Deinem
edelsten Sohn ins Ohr?

Waren es Worte der Verzweiflung,
eines Vater der den toten Körper
seines eigenen Sohnes in Händen hält ?
was gibt es schlimmeres
als wenn der Vater den Sohn zu Grabe tragen muss.

Waren es Worte der Ohnmacht,
dass du als mächtiger Gott , als Walvater
Deinen Lieblingssohn nicht
beschützen konntest ?

Waren es Worte der Erinnerung,
an Kinderlachen,
als Baldur zum Mann wurde,
an gemeinsame Erlebnisse?

Waren es Worte der Rache
Ein Versprechen das der feige Mord
gerächt werden würde
Das der Mord sich nicht
lohnen wird für den Anstifter

Waren es Worte des Abschieds
Eine letzte Berührung der Hand
Ein letzter Blick in leere Augen
Ein letztes Mal den Geruch seiner Haare

Oder waren es Worte des Trostes
Das er einst zurückkehren werde,
und dann ein goldenes Zeitalter
beginnen wird?

Ich glaube es war etwas von Allem
Und Du hast unbemerkt von allen
deine salzigen Tränen
auf seine Brust tropfen lassen.

Kolag Hraban


Grüsse Kolag Hraban



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RE: Trauer

#2 von Michaela Macha , 17.08.2011 23:55

Sehr ergreifend und "nah". Geht unter die Haut.


Leben mit den Göttern. Leben für die Götter. Leben durch die Götter.

 
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RE: Trauer

#3 von Askold , 22.08.2011 13:00

Bekomme bei diesem Gedicht immer wieder Gänsehaut. Baldurs Tod ist glaube ich noch nie so gut beschrieben worden in einem Gedicht, und was ein Vater dabei empfindet.

Liebe Grüsse
Askold


Träume nicht im Leben, lebe Deinen Traum

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RE: Trauer

#4 von Kolag_Hraban , 23.08.2011 20:18

Danke Euch, ich habe seit langem mal wieder etwas geschrieben
)


Grüsse Kolag Hraban



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RE: Trauer

#5 von Askold , 24.08.2011 09:52

Nichts zu danken. Ich finde Deine Gedichte immer sehr tiefsinnig . Dieses Gedicht bewegt mich halt besonders weil es um Baldurs Tod geht. Ich Danke Dir für dieses wunderbare Gedicht.


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